Arogante Absage

Arogante Absage

„Ich möchte diesen Teppich nicht kaufen”. So ein Satz steht leider nie auf den Absagen zu einer Bewerbung. Dafür in der Regel Standardsätze, an die ich mich gewöhnt habe. Komisch wird es allerdings, wenn diese fehlen.

Anfang November hatte ich einer Firma (irgendwas mit Medizin und Gedöns) meine Bewerbung schriftliche (so zusagen als Hardcopy) zugeschickt. Gehört haben ich dann erstmal nichts mehr. Am Donnerstag habe ich dann gesehen, daß die Stelle weder ausgeschrieben wurde, ich aber weder meine Unterlagen zurückbekommen, noch eine Absage oder Einladung erhalten hatte. In solchen Fällen gelingt es mir dann nicht, die Sache auf sich beruhen zu lassen, daher habe ich dann eine etwas pampige eMail geschieben:

„bereits am 11. November 2005 habe ich Ihnen schriftliche meine Bewerbungsunterlagen zugesandt. Bisher habe ich von Ihnen leider keine Rückmeldung erhalten.

Die Stellenanzeige für die betreffende Stelle wurde am 28.11.2005 zumindest in der Datenbank der Agentur für Arbeit aktualisiert.

Ich gehe davon aus, daß es üblich ist dem Bewerber im Falle einer Absage die Bewerbungsunterlagen zurückzusenden.

Falls Sie Fragen zu meiner Bewerbung würde ich mich über eine Rückmeldung Ihrerseits freuen. Gerne übersende ich Ihnen auch noch mal meine Bewerbung auf die Stelle in Form eines PDF-Dokumentes.

Mit freundlichen Grüßen aus Bielefeld,”

Gestern lag dann meine Bewerbung im Briefkasten, zusammen mit einer Absage:

„wir danken Ihnen für Ihre Bewerbung und das unserem Haus entgegengebrachte Interesse.

Leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir Ihnen keine Stelle anbieten können.

Die uns überlassenen Bewerbungsunterlagen erhalten Sie in der Anlage zurück.

Wir bedauern, Ihnen keinen günstigeren Bescheid geben zu können und wünschen Ihnen für Ihre berufliche Zukunft alles Gute.”

Der zweite Satz ist ziemlich komisch. Im Normalfall hätte da so was wie „aus der Vielzahl der Bewerber mussten wir eine Entscheidung treffen”, „es ist uns nicht leicht gefallen” oder „anderweitig besetzt”. So wie ich den Satz lese steht da: „Da Sie es gewagt habe, uns zu hinterfragen, können wir Sie nicht gebrauchen, denn wir suchen nur dumme Sklaven.”

Üblich ist auch „keinen positiven” statt „keinen günstigeren Bescheid”. Vielleicht ist es ja auch ganz gut so, für so eine Firma nicht arbeiten zu „dürfen”.

5 Replies to “Arogante Absage”

  1. Ich hoffe es hat geklappt mit der Bewerbung, ich als Kommunkationsbranchen tätiger finde die Formulierung des Schreibenden muss seiner Art entsprechen und dem was er ereichen will.

    Eine Firma die vor allem Standardfloskeln verwendet, würde ich so einschätzen wie Sie in Ihrem Satz: „… denn wir suchen nur dumme Sklaven.” – denn die machen nur Copy Paste.

    Zu guter letzt schicke ich keine Bewerbungen zurück, deren Form ich als unangemessen erachte, denke aber das die Ihre Ihrem Wortlaut nach zu urteilen, eine eher gehobene Form hatte.

  2. @Florrz: Nein, leider nicht, trotz zahlreicher Bewerbungen. Und die Absagen sind auch nicht besser geworden. Wobei eine jedoch wirklich ganz süß war. Auf eine eMail Bewerbung mit Unterlagen als angehängtes PDF bekam ich eine Absage per Post – zusammen mit meinen ausgedruckten Unterlagen.

  3. Ehrlich gesagt, wundert Dich das wenn die Dir nach diesem Nachhak-Brief so deutlich absagen? Über eine arrogante Absage (mit 2 r übrigens, hast Du vielleicht in Deinen Unterlagen auch Rechtschreibfehler) brauchst Du Dich bei diesem Anschreiben nicht zu wundern.

    Im übrigen finde ich die Absage gar nicht so arrogant; sie ist zwar kühl, aber sachlich. Das Du abgeleht wurdest, das lag nicht am Nachfragen – nur an der Art des Nachfragens.

    bleb.

  4. @bleb.: Die Unterlagen waren frei von Rechtschreibfehlern, aber danke für deine Anteilnahme. Und zu meinem Brief: Was erwartest du von Arbeitslosen? Das sie vm Staub kriechen und ihre letzte Würde aufgeben, voller Demut warten? Im Kontext war mein Schreiben mehr als angebracht.

  5. Meiner Meinung nach hast du alles richtig gemacht.

    Das die Anzeige wieder in der Zeitung steht zeigt nur das die betreffende Firma niemanden sucht sondern damit nur Werbung macht (Im Sinn von „Wir sind so toll, wir wachsen, wir brauchen Leute…“).
    Nimmt seit einiger Zeit massiv zu.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren