Sonys Kopierschutz

Sony hat mit seinem neuen Kopierschutzverfahren den Unmut der Kunden auf sich gezogen. Alles nur, weil Sony sein Eigentum vor unerlaubter Vervielfältigung schützen wollte. Kritikern eines Kopierschutzes wird gerne die Frage gestellt, wie sie sich denn fühlen würden, wenn ihnen ihr geistiges Eigentum gestoheln wird und sie dafür weder Geld noch Anerkennung bekommen.

Die Antwort darauf ist ganz einfach. Ich zum Beispiel würde mich genauso fühlen wie Millionen von Angestellten, denen das ständig in ihrem Berufsalltag passiert. Da geben Vorgesetzte dann die Ideen ihre Untergebene als eigene aus, kassieren dafür ab während der Urheber in die Röhre kuckt und von Glück reden kann, wenn er nicht entlassen wird. Für solche Fälle gibt es keinen Kopierschutz. In der Regel interessiert das die Firmen, in denen es vorkommt auch nicht wirklich, denn schließlich gefährdet ein solches Verhalten nicht ihren Umsatz.

Urheberrecht und Kopierschutz sind also nur dann ein relevantes Thema, wenn es um Umsatzeinbrüche geht. Mit Moral hat dies nicht sehr viel zu tun. Beispiel iPod: Der beliebte MP3-Player von Apple verkauft sich auch deshalb so gut, weil er nicht nur legal erworbenen Musik abspielt. Würde Apple einen Mechanismus einbauen, der dies verhindert, würde der Verkauf des Gerätes dramatisch zurückgehen.

Auf der anderen Seite steht der Kunde, der von seiner legal erworbene CD Musikstücke in MP3 umwandeln will, damit er unterwegs die Musik auf seinem Player hören kann. Durch einen Kopierschutz wird ihm dies möglicherweise verweht. Seine Rechte, seine Freiheit wird eingeschränkt. Im Grunde gehört ihm die CD, die er gekauft hat, auch nicht wirklich. Zwar ist das sein Datenträger, aber an den Musikstücken darauf hat er nur ein eingeschränktes Nutzungsrecht.

Damit stehen drei Begriffe im Raum. Freiheit, Moral und Umsatz. Alle drei lassen sich scheinbar nur schwer miteinander vereinen. Einen Ausweg bietet nur das Beschreiten neuer Wege.

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