Sonys Kopierschutz

Sonys Kopierschutz

Sony hat mit seinem neuen Kopierschutzverfahren den Unmut der Kunden auf sich gezogen. Alles nur, weil Sony sein Eigentum vor unerlaubter Vervielfältigung schützen wollte. Kritikern eines Kopierschutzes wird gerne die Frage gestellt, wie sie sich denn fühlen würden, wenn ihnen ihr geistiges Eigentum gestoheln wird und sie dafür weder Geld noch Anerkennung bekommen.

Die Antwort darauf ist ganz einfach. Ich zum Beispiel würde mich genauso fühlen wie Millionen von Angestellten, denen das ständig in ihrem Berufsalltag passiert. Da geben Vorgesetzte dann die Ideen ihre Untergebene als eigene aus, kassieren dafür ab während der Urheber in die Röhre kuckt und von Glück reden kann, wenn er nicht entlassen wird. Für solche Fälle gibt es keinen Kopierschutz. In der Regel interessiert das die Firmen, in denen es vorkommt auch nicht wirklich, denn schließlich gefährdet ein solches Verhalten nicht ihren Umsatz.

Urheberrecht und Kopierschutz sind also nur dann ein relevantes Thema, wenn es um Umsatzeinbrüche geht. Mit Moral hat dies nicht sehr viel zu tun. Beispiel iPod: Der beliebte MP3-Player von Apple verkauft sich auch deshalb so gut, weil er nicht nur legal erworbenen Musik abspielt. Würde Apple einen Mechanismus einbauen, der dies verhindert, würde der Verkauf des Gerätes dramatisch zurückgehen.

Auf der anderen Seite steht der Kunde, der von seiner legal erworbene CD Musikstücke in MP3 umwandeln will, damit er unterwegs die Musik auf seinem Player hören kann. Durch einen Kopierschutz wird ihm dies möglicherweise verweht. Seine Rechte, seine Freiheit wird eingeschränkt. Im Grunde gehört ihm die CD, die er gekauft hat, auch nicht wirklich. Zwar ist das sein Datenträger, aber an den Musikstücken darauf hat er nur ein eingeschränktes Nutzungsrecht.

Damit stehen drei Begriffe im Raum. Freiheit, Moral und Umsatz. Alle drei lassen sich scheinbar nur schwer miteinander vereinen. Einen Ausweg bietet nur das Beschreiten neuer Wege.

4 Replies to “Sonys Kopierschutz”

  1. Zumal sich sicherlich 90% der Leute, die das MP3 downloaden sowieso die CDs nicht kaufen würden, weil diese zu teuer sind, oder die Musik den Preis nicht rechtfertigt.

    Die Musikindustrie muß für den Kalhschlag der endenden 90er und beginnenden 2000er büssen und schließt die Augen vor den eigenen Fehlern.

    Monokulturen leben eben nicht lange sondern werden schnell krank und sterben aus. Das ist wie in der Natur.

  2. Auf der anderen Seite gehören CD’s vielleicht einfach zu einer aussterbenden Art. Wer MP3’s haben möchte um unterwegs Musik zu hören, der kann sich seine Musik auch im Internet kaufen.

    Ich finde es zwar auch schwachsinnig, dass man die selbst gekauften CD’s nicht mehr kopieren kann, aber man kann das wirklich leicht umgehen, indem man sich gleich eine MP3 im Internet kauft. Das ist oft sogar viel billiger.

    Das ganze bringt meiner Meinung nach nie sehr viel. Es wird immer Möglichkeiten geben eine CD zu digitalisieren. Und wenn ich sie eben analog auf den PC überspiele. Und ein Schutz der keine 100%ige Sicherheit bietet bringt einfach nix.

  3. Das stimmt, jeder Schutz ist knackbar. Dennoch taugt für mich MP3 maximal als Fast Food. Geniessen kann ich die minderwertige Qualität leider nicht so recht. Der Unterschied zur CD ist dafür doch zu groß.

    Ich weiß, Ich weiß der Unterschied ist kaum hörbar.

    Macht mal einen Test. Hört Euch eine Stunde lang aufmerksam Eure Lieblingsmusik als Mp3s an und tut nichts nebenbei. Und? Richtig, ihr werdet müde und irgendwie stresst die Musik. Macht das gleiche nochmal mit dem Original. Komisch, irgendwie bin ich noch genauso entspannt wie vorher…Warum? Weil Eure Ohren und das Gehirn die ganze Zeit damit beschäftigt sind, die fehlenden Informationen in den MP3s zu suchen… :D

    Es ist einen Test wert.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren