Nachwehen in Dresden

Während der größte Teil der Bundesbürger bereits am 18. September seiner Stimme beraubt wurde gewählt hat, dürfen die Bürgerinnen und Bürger von Dresden erst dieses Wochenende den Gang zur Urne beschreiten. In vom Wetter überschatteten Wahlkampfreden traten Schröder und Merkel noch mal vor großem Publikum auf. Dabei zeigte sich, wer der Favorit von Petrus ist: Während Merkel sprach, standen ihre Zuhörer im Regen. Als Schröder am Elbufer eintraf, brach die Sonne wieder durch die Wolken und erwärmte die Herzen der Menschen.

Große Töne und Seitenhiebe unterließ Angela Merkel im Hinblick auf ihren Verhandlungspartner für eine große Koalition, während Schröder und Müntefering noch mal das volle Programm Polemik über die Dresdener abwarfen. Daheim in Berlin zündeln seine Genossen bereits an einer anderen Baustelle. Mehr als nur ein Spiel mit dem Feuer ist die Überlegung, Neuwahlen zu veranstalten. Es darf nicht sein, daß die Unfähigkeit zur Einsicht sowohl bei der CDU als auch bei der SPD wieder über 60 Millionen Euro kosten wird. Auch ist zu bezweifeln, daß die Mehrheit der Bundesbürger „klüger” wählen wird.

Dresden wird keine Veränderung der Verhandlungspositionen bringen. Niemand wird ernsthaft an ein Wunder der Einsicht glauben. Die einzige Lösung wäre wohl die, die beiden Koalitionspartner in spe zur Verständigung zu zwingen. Es wäre zumindest ein Versuch wert, beide Fraktion wie bei einer Konklave zur Papstwahl in den Bundestag einzuschließen. So lange, bis weißer Rauch aufsteigt und es heißt: „Habemus cancellarius!”

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