Schlechter Stiel

Der Versuch der SPD, über eine Änderung der Geschäftsordnung des Bundestages die Fraktionsbildung von CDU und CSU zu verhindern, ist mehr als unappetitlich. Es zeigt nur, daß die SPD vor allem eine schlechte Verliererin ist, die es nicht schafft, ihre Niederlage in Würde anzuerkennen. Durch ihr Verhalten schadet sie in erheblicher Weise dem Ansehen der deutschen Demokratie. Die aktuelle Situation würde ein Umgehen miteinander erfordern, daß von reifen und erwachsenen Menschen durchaus erwartet werden kann. Stattdessen bekommt der Bürger das Bild eines pubertierenden Jugendlichen geboten, der durch die Ausnutzung von Cheats und Glitches in seinem Lieblings-Videospiel unbedingt als Gewinner dastehen will.

Trotz der jetzt aufkommenden Kritik von Stoiber an Merkel, der von einem zu physikalischen Wahlkampf spricht, wird doch wohl kaum jemand in der SPD ernsthaft an eine Koalition aus SPD, CSU und Grünen glauben. Wenn doch, so ist dies nur ein Zeichen völliger Realitätsferne. Angesichts des unmissverständlichen Wahlauftrags, eine große Koalition zu bilden, kann der erste Schritt zu einer Lösung nur sein, beide Kanzlerkandidaten aus dem Feld zu nehmen und einen Neuanfang zu versuchen. Das solche Forderungen auch in der SPD zum Beispiel von Björn Engholm geäußert werden, zeigt, daß diese Partei noch nicht vollständig vom um sich greifenden Größenwahn durchdrungen ist.

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