Runterschalten

Runterschalten

Der Wahlkampf und die Wahlen sind vorbei. Jetzt heißt es für alle, ein paar Gänge runterschalten und offene Gespräche miteinander zu führen. Hinderlich dabei sind Diffamierung und Überheblichkeit.

Bei den Diskussionen im Fernsehen war noch deutlich zu sehen, welche Nachwirkungen Adrenalin haben kann. Bei Gerhard Schröder war festzustellen, daß er grundsätzlich nur Fragen beantworten wollte, die er selber gestellt hat. Sein Verhalten gegenüber Frau Merkel war streckenweise peinlich. Fast hörbar war, was er wirklich denkt: „ Entweder werde ich wieder Kanzler oder ihr könnt mich mal.” Das könnte ein möglicher Schritt Richtung Wahlwiederholung sein. Oder aber sein Abschied aus der Bundespolitik. Denn eins ist sicher. Jemand der so voller Selbstbewusstsein strotz, jemand, dessen Ego kurz vorm platzen ist, so einer wird nicht die Oppositionsbank drücken wollen.

Bei sämtlichen Parteien wird morgen früh der politische Kater einsetzten. Möglich Koalitionsparteien wären rechnerisch auf jeden Fall CDU/CSU und FDP. Dabei wäre auch vorstellbar, daß eine große Koalition weder mit Merkel noch mit Schröder aufgestellt wird. Von Seiten der SPD könnte es auf Franz Müntefering hinauslaufen. Bei der CDU/CSU gäbe es den Schattenspieler Roland Koch oder aber Peter Müller. Eine Konstellation Müller/Müntefering würde für Deutschland viele Chance bieten, in den zumindest nächsten zwei Jahren vieles richtig zu machen ohne mit zu großen sozialen Härten aufzuwarten.

Letztendlich bleibt dies aber alles Kaffeesatzleserei.

4 Replies to “Runterschalten”

  1. Ich fand die Sendung gestern Abend geschmacklos.

    Nicht wegen den Politikern und ihrem Verhalten, sondern wegen der Frechheit der Sender, so kurz nach der Wahl eine solche Sitzung einzuberufen und quasi sofort die Lösung aller Probleme zu erwarten.

    Es gab Zeiten, da hat man den Verantwortlichen erstmal eine Nacht Zeit gegeben un sich zu beruhigen, das Ergebnis zu verdauen, um dann ohne Emotionen eine wirklich sinnvolle und überlegt Antwort auf die Fragen, die sich den Politikern stellen zu geben. So wie es gestern stattdfand und mit den beiden Moderatoren, die offenbar nicht verstanden haben, welchen Schock dieses Ergebnis bei allen Parteien ausgelöst hat, war die Sendung für mich nicht wertvoller als Stefan Raabs Wahlschlappe…

  2. Ich denke auch, daß es besser gewesen wäre, wenn alle mal eine Nacht darüber geschlafenhätten. Dann hätte Schwesterwelle wohl auch nicht so voreilige eine Zusammenarbeit mit der SPD ausgeschlossen.

  3. Sehr schön ist das Zitat von ihm „Bei uns gibt’s keine Personaldiskussion.“ Nach wie vor geh ich davon aus, dass er der Erste sein wird, der sich die Tunika von Brutus überstreift.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren