Die Elite der CDU

Die Elite der CDU

“Wir brauchen Elite” so äußert sich die CDU-“Bildungsexpertin” Annete Schwavan in einem Spiegel-Interview. Dabei stellt sich zunächst einmal die Frage, wie man Bildungsexperte wird. Also ob es es quasi schon reicht, vermeintliche Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben. Sicher keine Qualifikation braucht man für so Phrasen wie “Lange lyrische Texte machen noch keine gute Politik”.

Sachlich betrachtet fehlt vor allem eins. Eine präzise Definition, was mit “Elite” gemeint ist. Doch wohl kaum die Herren, die durch deutsche Vorstandsetagen toben, sich wie die Axt im Walde benehmen, Schmiergeld kassieren und die Unternehmen ausplündern. Auf solche “Eliten” kann Deutschland ganz gut verzichten. Diese “Elite” bedarf sicher auch keiner zusätzlichen Förderung.
Die Bezeichnung “Elite” sollte auch kaum Umschreibung für “Spitzenverdiender” sein, sondern im Kern eine völlig andere Bedeutung haben. Allein schon, wenn jemand selber sich als “Elite” bezeichnet, hat er diese Bezeichnung schon nicht mehr verdient.

Was nötig ist, sind Menschen, die durch ihr Wissen, ihrem Bestreben, dem Land zu dienen und ihre moralische Integrität zu leuchtende Vorbilder für alle werden. Das erreicht man weder über Studiengebühren noch oder frühere Einschulung. Auch ist dazu kein “Bildungsbausparvertrag” notwendig.
Es bedarf dazu eines fundamentalen Wandels. Bedauerlicherweise ist dazu weder die CDU noch die SPD bereit, da sie dadurch ihr bisheriges Versagen hervorheben würden.

Jeder Wandel hat seinen Preis. Damit die Menschen bereit sind, diesen zu tragen, muss man ihnen schon sehr deutlich machen, welchen Wandel man möchte und warum dieser allen zugute kommt. Dann sind sie sicher auch bereit, gemeinsam diesen Preis zu zahlen – wenn sie sehen, dass alle – auch sie selber – davon profitieren. Jedoch ist keiner dazu bereit, ein selbstloses Opfer zu bringen, damit sich andere bereichern können.

2 Replies to “Die Elite der CDU”

  1. Was sinnlose Bildungspolitik bringt, sieht man ja bei der Verkürzung der Schulzeit auf max 12 Jahre für Abiturienten. Mehr Nachmittagsunterricht für alle, damit die Schüler überhaupt in der Lage sind, den komprimierten Stoff noch zu bewältigen.
    Denn, gleichzeitig sind die Lehrpläne nicht gestrafft worden, sondern im Gegenteil noch mehr aufgeblasen worden.

    Für wichtige sozialisations Lektionen in Form von Spielen und Teilnahme an der Gesellschaft, die einen ja auf das Leben als Erwachsener vorbereiten soll, bleibt leider immer weniger Zeit. Unser Juli muß inzwischen Mehr Stunden lernen, als ich arbeite…Was soll denn das? Wie soll ich denn meinem Kind das Überleben beibringen, wenn der arme Kerl gegen 16 Uhr völlig fertig von der Schule nach hause kommt und dann noch nicht mal alle Hausaufgaben fertig hat? Wann soll ich denn noch Werte vermitteln?

    Freuen darüber können sich nur die Eltern, die sich sowieso nicht um ihre kinder kümmern wollen, welche leider immer mehr werden. Die Lehrer klagen z.B. andersherum auch über steigendes Desinteresse der Eltern, die nicht mehr an schulischen Veranstaltungen Teilnehmen oder mal ganz banal den Elternsprechtag nutzen.

    So eine grobe Inkompetenz auf ganzer Linie führt zu genau der Jugend, die wir in Deutschland immer beklagen. Daher kommt ein großer Teil des Werteverlustes in der Gesellschaft. Ist ja auch klar, im Haifischbecken zählen nur große Zähne und fette Flossen, aber sicherlich kein Köpfchen…schade!!!

    Ich jedenfalls gebe den ERZIEHUNGSAUFTRAG DER IN ERSTER LINIE BEI DEN ELTERN LIEGT nur unter Zwang an die Pädagogen ab. Denn die sind mit der Vermittlung des Stoffes schon am Limit ihrer Leistungsfähigkeit und brauchen dringend Unterstützung.

    Aber in einem Land, in dem Blidung nicht mehr zählt und in dem die Politik und große Teile der Gesellschaft gar nicht mehr wissen, was Bildung überhaupt heißt, kann man wohl nicht mehr sehr viel verlangen!

    Guten Abend!

  2. Bei der Verkürzung der Schulzeit bleibt ein wesentlicher Faktor unberücksichtigt: Der erhebliche Anstieg von Nachhilfeunterricht. Gerade da, wo die Schulzeit auf 12 Jahre reduziert wurde, steigt die Nachfrage nach privatem Unterricht für die Kinder. Den Nachhilfeunterricht gibt es natürlich nicht kostenlos. Auf der Strecke bleiben die Kinder, deren Eltern die Nachhilfe nicht bezahlen können.
    Ich vermisse eine Untersuchung, die sich mit Bildungsabschlüssen und sozialer Herkunft im Zusammenspiel mit einer verkürzten Schulzeit beschäftigt. Meine Vermutung: Das eine Jahr weniger Schulzeit führt zu einer massiven Absenkung von Abiturienten aus dem sozial schwächeren Milieus.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren