Sonnenflecken

Sonnenflecken

Auf unserer Terrasse steht ein wunderschön blauer Gartentisch von IKEA. Wir haben ihn wie ein rohes Ei behandelt – bei schlechtem Wetter bekam er extra ein Regenverhütleri übergestülpt. Auf Grund der vielen Regentage kann es aber sein, dass er depressiv geworden ist. Oder was auch immer. Zumindest ziehen sich jetzt hässliche Flecken über die Tischoberfläche, die eigenartig glänzen. Vermutlich haben wir keinen Gartentisch sondern einen Sommertisch gekauft – nach einem Sommer kann man ihn bereits entsorgen. Gut, durch die Flecken wird der Tisch in seiner Funktion nicht beeinträchtigt. Trotzdem ärgert es mich. Der einzige Trost am Tisch war sein Preis: bestechend günstig.

Nach den Verhaftungen bei IKEA wegen eines Korruptionsverdachts hat “bestechend günstig” einen merkwürdigen Beigeschmack bekommen. Die Süddeutsche Zeitung hatte vor einiger Zeit schon gereimt: “Wartest du noch oder schmierst du schon?” Damals ging es um IKEA in Russland, wo die Weigerung, Schmiergelder zu zahlen zu erheblichen Verzögerungen beim Bau und der Eröffnung von neuen Standorten geführt hat. Russland aber ist nicht Deutschland. IKEA ist bekannt für seine ikonischen Aufbauanleitungen, die jeder verstehen kann (wer nicht, hat eh zwei linken Händen und sollte die Finger von IKEA-Möbeln lassen). Ob es wohl eine Anleitung zur Schmiergeldzahlung auch in diesem Format gibt?

5 Replies to “Sonnenflecken”

  1. Mhm, dass wäre eine Möglichkeit. Mal sehen, wie sich der Tisch entwickelt – momentan ist es ja wieder egal, wie er aussieht, da die Sonne verschwunden ist.

  2. Na, wenns eh Span ist….jedes Frühjahr in den Baumarkt gehen und einen anderen Lack mit billig Rolle kaufen und den Frühling mit einer neuen Farbe begrüßen!

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren