Abzocken und verdunkeln

Abzocken und verdunkeln

In der WDR-Reihe die story war gestern Abend eine Dokumentation mit dem Titel “Bankgeheimnis” zu sehen. Der Bericht zeichnete die Chronik eines Niedergangs nach. Das mittelständische Unternehmen m+s elektronic wurde von seinen “besten” Kunden an die Börse gebracht und anschließend eiskalt über den Tisch gezogen.
Der Computerhändler hat unter anderem Banken wie die Deutsche Bank, Dresdner Bank und die Comerzbank beliefert. Nach Aufkündigung des Kredites durch die DG-Bank zogen sich auch die anderen Banken zurück. Besonders unrühmlich verhielt sich die Comerzbank. Als Kundin von m+s eletronic hatte sie über Monate offenstehende Rechnungen in einem Gesamtwert von 14 Millionen Euro nicht bezahlt, gleichzeitig aber am Kredit für m+s electronic fleißig verdient. Trotz voller Auftragsbücher wurde der Firmengründer aus dem Unternehmen gejagt und anschließend die Firma in die Insolvenz getrieben.
Die verantwortlichen Banken lehnten eine Stellungnahme ab. Klaus Martens blendet in seinem Film immer wieder Werbeausschnitte der Banken ein – nie war der Kontrast zwischen Werbung und Wirklichkeit größer.

Wer den Film verpasst hat, hat am kommenden Freitag um 10:15 Uhr noch eine zweite Chance. Am besten Rekorder schon mal vorheizen!

3 Replies to “Abzocken und verdunkeln”

  1. Na ist doch ein Klassiker…einfach so lange nicht zahlen, bis der Auftragnehmer pleite geht und dann hoffen, das der Konkursverwalter, wenn es denn einen vernünftigen gibt, die Kosten für einen Prozess scheut.

    Mach z.B. das RWE schon seit Jahren so.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren