Genau lesen

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Nett wenn man ein paar Stunden später feststellt, das „kleine rote Socken“ sich über den Artikel vom Schockwellenreiter zur “Roten Erna” aufregen. Besonders die Form hat mich sehr amüsiert. Aber wenn man sich schon fragt, was Erna dazu sagen würde, dann seien auch noch ein paar anderen Fragen an dieser Stelle erlaubt.
Was würde Erna zum Beispiel dazu sagen:

Wir werden ein modernes Zuwanderungsgesetz schaffen, das die Zuwanderung von Ausländern begrenzt und vernünftig steuert.
[…]
Die Verfahren zur Anerkennung des Asylrechts in Deutschland sind so
zu gestalten, daß die unzumutbaren Belastungen aufhören, die heute für
die aufnehmenden Gemeinden, aber auch für die politisch Verfolgten
bestehen.

Die beiden Zitate stammen aus den “Petersberger Beschlüsse“ der SPD von 1992.

Ich frage mich auch, ob Erna zufrieden wäre mit dem Arbeitslosengeld II, von dem ihr Enkel jetzt leben muss.
Bei der Kritik von mir an der ”Roten Erna“ ging es mir nicht um die Diffamierung der Kriegsgeneration oder darum, sich über die Botschaft, wählen zu gehen lustig zu machen (vermutlich triff das auch für den Schockwellenreiter zu). Es ging einzig und allein um die ”Qualität“ des Textes. Aber es ist halt für manche bequemer, wenn sie bewusst missverstehen und sich dann im moralischen Selbstmitleid wälzen können.
Bevor mich jetzt der nächste Stock niederstreckt, noch ein kleiner Hinweis an die Websozis. Ich war bis 1992 aktives SPD-Mitglied und engagiert in der Asylarbeit. Nach den Beschlüssen (siehe oben) habe ich mich dann dazu entschieden, mein Parteibuch zurückzugeben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren