Fischbrötchen

Laut einer Zeitungsmeldung hat Heiner Kamps (ehemaliger Besitzer einer Großbäckerei) die Nordsee gekauft bzw. will dies in den nächsten Tagen tun. nein, nicht die Nordsee, sondern die Fischrestaurant-Kette. In meiner “Dortmunder Zeit” waren meiner Erfahrungen mit der Bäckerei Kamps, nun nennen wir es mal durchwachsen. Zeitweise war ich recht froh, dass es bisher noch keine Fiale von Kamps nach Bielefeld geschafft hatte. Im Rhein-Ruhrgebiet aber ist es fast unmöglich, nicht auf eine Fiale zu stoßen. Mittlerweile gehört die Großbäckerei zu Barilla und Herr Kamps ist seit dem Verkauf auf der Suche nach einer Möglichkeit, sein Geld loszuwerden bzw. zu investieren.
Früher habe ich recht viel Fisch gegessen, sehr häufig auch von der Nordsee. Ende der 80er Jahre hat mir dann die Diskussion um die Spulwürmer den Appetit auf Fisch verdorben. Vorher war für mich die Nordsee die clevere Alternative zu Mc Donalds – es war damals mehr oder weniger “in”, den amerikanischen Fleischbräter zu boykottieren.
Weitere Erfahrungen mit Fisch mündeten teilweise in kleinen Katastrophen wie verschluckte Gräten oder eine Fischvergiftung. Dafür kann natürlich Heiner Kamps nichts und auch die Nordsee nicht. Ich kann also nicht behaupten, “Fisch verliebt” zu sein. Trotz allem gibt es bei mir so eine robuste Programmierung, die allen Löschungsversuchen trotz. Demnach ist Fisch gesund und Fleisch weniger gesund. Vermutlich sind die Spätfolgen von Lebertran, mit dem ich von meiner Großmutter in der Kindergartenzeit gefüttert worden bin.
Zurück aber zu Heiner Kamps, der sich keine Lebertranbrötchen auf den Markt bringen wird. Seine Qualitäten als Manager werden sehr unterschiedlich bewertet. Ob das der Nordsee wirklich hilft oder eher seine Übernahme einer Ölkatastrophe gleichkommt, wird sich zeigen. Ausbaden dürfen es wie üblich die Beschäftigten, denen die bittere Medizin namens Kosteneinsparung immer zuerst verabreicht wird. Stützkäufe in Form von Matjes-Baguettes werden wohl nichts verhindern.

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