Pyeudonyme, Erfindung und Wahrheit

Der Podcast von Annik hat mich darauf gebraucht, mir mal über den Zusammenhang von Pseudonymen, Erfindungen und Wahrheit Gedanken zu machen. Mittlerweile dürfte es den Hörern von Schlaflos in München klar sein, dass Annik Rubens nur ein Pseudonym ist, um die Privatsphäre der Autorin zu schützen, wie sie selber sagt. Bei Axel Hacke, einem Kolumnisten der Süddeutschen Zeitung, ist es so, dass “Paola” seine Frau, und “Luis”, sein Sohn auch nur Figurennamen sind, die nicht unbedingt Gemeinsamkeiten mit den wirklichen Personen haben. Von Juan Moreno meine ich auch gelesen zu haben, dass sein Freund “Thorsten” nicht wirklich vorhanden ist. Das wären zumindest schon mal zwei Möglichkeiten des Erzählens. Etwas aus seinem Leben erzählen unter einem Pseudonym, etwas fiktives schreiben unter seinem wirklichen Namen. Möglich wäre auch, etwas fiktives unter einem Pseudonym zu schreiben, so wie es bei den berüchtigten Groschenromanen häufig gemacht wird. Bei dieser Art von “Literatur” kann ich aber gut verstehen, warum die Autoren nicht mit ihrem wirklichen Namen genannt werden wollen.

Fiktive Figuren ermöglichen einen größeren Grad an Freiheit. Die Frage dabei ist jedoch immer, wie weit diese Freiheit von der Autorin oder dem Autor genutzt wird. Noch größerer Bedeutung hat jedoch die Fiktion für den Rezipienten. Auch hier gibt es verschiedene Typen. Der Aufgeklärte weiß, dass das was er liest oder hört, nicht unbedingt das tatsächlich erlebte der Autorin oder des Autors ist. Allerdings kann es sein, dass sein rein sachlicher Blick den Genuss des Zuhörens oder Lesens etwas trübt. Beim Typus “Träumer” bleibt die Illusion von Wahrheit solange bestehen, biss er eines Tages erfährt, dass er seiner Meinung nach “betrogen” wurden. Sein Bild zerplatzt dann wie einen Seifenblase. Unter Umständen kann es zu sehr drastischen Reaktionen kommen.
Zwischen diesen beiden Polen liegt der “Zuhörer” bzw. “Leser”. Ihm ist es egal, ob das was er hört oder liest erdacht ist oder nicht – solange es eine gute Geschichte ist.

Über diesen dritten Absatz habe ich lange nachgedacht und viele Sätze wieder verworfen. Für meinen Blog schreibe ich keine Anleitung zum lesen. Auch möchte ich dies nicht für andere machen. Mir war es nur wichtig, einen kleinen Stein zu werfen, bzw. mir einen kleinen Stein auf meinen Schreibtisch zu legen, um an bestimmte Dinge beim schreiben oder lesen zu denken.

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