London calling

Der Text dieses Liedes hatten die Attentätern wohl kaum auf den Lippen gehabt, als sie heute in London vier Bomben gezündet haben. Bei den Anschlägen auf öffentliche Verkehrsmittel gab es über 30 Tote und etwa 700 Verletzte. Nicht unwahrscheinlich soll es sein, dass die Attentäter aus radikal-islamistischen Kreisen stammen. Beweise dafür liegen jedoch zur Zeit noch nicht vor.

Erreicht haben die Attentäter auf jeden Fall, dass der Verkehr in London für Stunden zum erliegen kam und die Aufmerksamkeit und Anteilnahme der Welt auf London richtet. Meine Anteilnahme gilt den Opfern und Angehörigen – ohne Einschränkung und ohne den hämischen Kommentar einer Amerikanerin, die meinte, das die Londoner jetzt wissen, wie sie die Amerikaner nach dem 11. September gefühlt haben.

Offen bleibt die Frage, mit welchen Sicherheitsmaßnahmen solche Anschläge in Zukunft verhindert werden könne, oder ob wir uns damit abfinden müssen, dass dies zum allgemeinen Lebensrisiko gehört. Die Frage ist auch, wie viel Freiheit wir opfern wollen, um die Sicherheit zu erhöhen. Je stärker wir jedoch uns einschränken, desto mehr unterwerfen wir uns dem Diktat der Terroristen. Ein Abschaffung der Demokratie und die Errichtung eines Polizeistaates würde vielleicht mehr Anschläge verhindern, aber es wäre nicht unwahrscheinlich, wenn gerade das das Ziel der Terroristen wäre – unsere demokratische Gesellschaft bekämpfen und uns selbst dazu zu bringen, dass sie wir sie abschaffen.

Sicher, ich habe auch kein Patentrezept, nur Angst wie die meisten anderen Menschen. Wenn uns aber Härte nicht weiterbringt, sollten wir zumindest mal darüber nachdenken, welche anderen Wege uns noch offenstehen.