Persönlichkeitskonstrukt

Persönlichkeitskonstrukt

An manchen Tagen stelle ich mir zum wiederholten Mal die Frage, was eigentlich die eigene Persönlichkeit ausmacht. Vor allem aber, woran man selber eine Veränderung feststellen würde. Ich denke, das man es vermutlich nicht merken würde, wenn sich die eigene Persönlichkeit verändern würde. Die Persönlichkeit ist für mich etwas flüchtiges – zerbrechlich wie eine Eierschale. Auch mit den gleichen Erfahrungen und Erinnerungen kann man ein ganz anderer sein, wenn sich zum Beispiel auf Grund eines Unfalls oder eine Krankheit die Persönlichkeit verändert. Selber würde man es nicht mitbekommen. Ein daran anschließende Frage wäre, ob der Mensche, der man früher war, nicht dann auch gleichzeitig tot ist, wenn sich die Persönlichkeit verändert. Der Nachweis dieser Vermutung ist sicher sehr schwer. Für seine Mitmenschen hat man sich zwar stark verändert, aber schließlich ist der Körper noch lebendig und das, was in diesem Körper als Geist vorhanden ist, hat auch immer noch die gleichen Erinnerungen und Erfahrungen. Je nach dem, wie stark die Veränderung ausfällt, wir es von den Mitmenschen bemerkt oder auch nicht. Ich selber würde es nicht merken, da ich selber – in der früheren Fassung – nicht mehr existiere.

„Zwei Seelen schlagen ach in meiner Brust“. Über dieses Zitat kann man im Zusammenhang mit der Persönlichkeit auch noch mal nachdenken. Denn wenn man die Persönlichkeit als unsterbliche Seele bezeichnen würde, gleichzeitig aber das Modell einer Veränderung einer Persönlichkeit aufrecht erhält, wäre der logische Schluss tatsächlich, dass in einem Körper mehr als eine Seele Platz haben bzw. ein Körper zeitlich getrennt mehreren Seelen im Verlauf seines Lebens Platz bieten würde.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren