31.

NC

Nein, nicht der Numerus Clausus, sondern Nicolas Cage. Nach langer zeit sehen Nadine und ich wieder bewusst Fernsehen. Der Film mit NC nennt sich “Spiel auf Zeit” und ist ziemlich spannend. Selbst die Werbepausen auf RTL sind nicht so dramatisch, da man die Zeit für eine Klopause oder zum blogen nutzen kann. Was mir am Film so gut gefällt, ist der nichtlineare Handlungsverlauf und die Wendungen. Stück für Stück wird man immer tiefe in den Sumpf der Intrige hineingezogen und erfährt einen Teil der Wahrheit durch Rückblenden. So etwas nennt man wohl richtige Abendunterhaltung.

30.

Pfingsten im Bett

Noch am Mittwoch dachte ich, dass ich mir nur eine leichte Erkältung eingefangen habe. Ich wahr wohl etwas zu optimistisch. Während draußen noch schönes Wetter ist, liege ich die meiste Zeit über im Bett mit einer richtig dicken Erkältung. Gut eingepackt starre ich an die Decke und ärgere mich. Da hat man drei frei Tage und verbringt sie dann im Bett. So habe ich mir Pfingsten nicht vorgestellt.
Im Winter ist eine Erkältung zwar auch unangenehm, gehört aber quasi mit zur jahreszeitlichen Folklore. Im Sommer dagegen – aber durch meckern wird es auch nicht besser.

29.

Persönlichkeitskonstrukt

An manchen Tagen stelle ich mir zum wiederholten Mal die Frage, was eigentlich die eigene Persönlichkeit ausmacht. Vor allem aber, woran man selber eine Veränderung feststellen würde. Ich denke, das man es vermutlich nicht merken würde, wenn sich die eigene Persönlichkeit verändern würde. Die Persönlichkeit ist für mich etwas flüchtiges – zerbrechlich wie eine Eierschale. Auch mit den gleichen Erfahrungen und Erinnerungen kann man ein ganz anderer sein, wenn sich zum Beispiel auf Grund eines Unfalls oder eine Krankheit die Persönlichkeit verändert. Selber würde man es nicht mitbekommen. Ein daran anschließende Frage wäre, ob der Mensche, der man früher war, nicht dann auch gleichzeitig tot ist, wenn sich die Persönlichkeit verändert. Der Nachweis dieser Vermutung ist sicher sehr schwer. Für seine Mitmenschen hat man sich zwar stark verändert, aber schließlich ist der Körper noch lebendig und das, was in diesem Körper als Geist vorhanden ist, hat auch immer noch die gleichen Erinnerungen und Erfahrungen. Je nach dem, wie stark die Veränderung ausfällt, wir es von den Mitmenschen bemerkt oder auch nicht. Ich selber würde es nicht merken, da ich selber – in der früheren Fassung – nicht mehr existiere.

“Zwei Seelen schlagen ach in meiner Brust”. Über dieses Zitat kann man im Zusammenhang mit der Persönlichkeit auch noch mal nachdenken. Denn wenn man die Persönlichkeit als unsterbliche Seele bezeichnen würde, gleichzeitig aber das Modell einer Veränderung einer Persönlichkeit aufrecht erhält, wäre der logische Schluss tatsächlich, dass in einem Körper mehr als eine Seele Platz haben bzw. ein Körper zeitlich getrennt mehreren Seelen im Verlauf seines Lebens Platz bieten würde.

28.

Meine kleine Farm

Es gibt Spiele, die haben selbst für Landeier eine nicht zu leugnen Faszination – auch wenn sich im Spiel alles ums Landleben dreht. In “Harvest Moon – Friends of the Mineral Town” für den GBA fängt man mit einer kleinen Farm an, die man geerbt hat. Da alles schon längere Zeit einsam und verlassen ist, darf man den ersten Tag mit Unkraut jäten verbringen. Erst dann kann man einen Teil des Feldes umgraben und mit den erworbenen Saatgut und regelmäßiger Pflege auf die erste eigene Ernte hoffen.

Die obligatorischen Hühner, Schafe und Kühe fehlen genauso wenig wie eine Landromanze – wenn man es denn richtig angeht. Der Suchtfaktor ist enorm groß. Typische Sprüche wie “Ich muss noch eben ein Feld gießen, dann mach ich aus” werden die Mitmenschen häufiger zu hören bekommen.


Zur Zeit bin ich im ersten Jahr, kurz vor Beginn des Winters. Mein Haus hat schon die erste Erweiterung hinter sich und dank Teleshopping bin ich stolzer Besitzer einer Einbauküche. Wenn der von mir bezahlte Holzfäller den Terminplan einhält, habe ich in den nächsten Tagen auch einen größeren Hühnerstall, so das ich da dann ins Massengeschäft einsteigen kann.

27.

Bild mit Hund

Nach dem Beitrag über Hunde sollte ich vielleicht doch nochmal richtig stellen, dass ich Hunde mag. Nur halt nichtin der Stadt.
Als Beweis dafür kann ich ein Foto von mir und dem Hund meiner Mutter anbieten.
Das der Hund auf dem Land wohnt, dürfte klar sein …

26.

Mitbringsel

Von einem Kurzurlaub kann man nicht nur kitschige Andenken mitbringen, sonder auch andere Dinge. Zum Beispiel eine schwerer Erkältung. Wie üblich kündigt die sich bei mir mit starken Halsschmerzen an, die erst dann aufhören, wenn Nase und Kopf komplett zu sitzen.

Zu verdanken habe ich das Ganze dem Wetter und der Braut meines Bruders. Am Freitag habe wir bei 13 Grad und heftigem Wind 45 Minuten vor dem Haus der Brauteltern gewartet. Dabei hatte ich leider nur einen sehr dünnen Anzug an, der zwar im Sommer ideal ist, aber eben nur im Sommer.

Was ich wirklich am meisten dabei hasse, sind die unangenehmen Schluckbeschwerden und im späteren Verlauf eine Nase, die einen nicht schlafen läst. Zumindest weiß ich jetzt schon, was ich am Wochenende machen werde – mit einer Erkältung im Bett liegen. Na toll!

25.

Wie geht es?

Es gibt Fragen, da hängt die Ernsthaftigkeit der Fragestellung unmittelbar von der Beziehung des Fragestellers zu demjenigen, der gefragt wird ab. Ein Typisches Beispiel dafür ist die Frage danach, wie es einem geht. Im engsten Freundeskreis steckt meistens ernsthaftes Interesse dahinter, während andere Mitmenschen diese Frage nur als Floskel benutzen und nicht wirklich wissen wollen, wie es einem geht. Daher neigt man auch dazu, ihnen zu sagen, dass es einem gut geht – selbst wenn das nicht der Fall ist. Für peinliche Betroffenheit würde man sorgen, wenn man die Frage ernsthaft beantwortet. Ein mögliche Antwort wäre die Gegenfrage, ob das wirklich von Interesse sei oder ob nur aus Höflichkeit gefragt wurde – in Erwartung einer positiven Antwort.

24.

Brot und Gerechtigkeit

Vorweg: Am Sonntag ist Horst Köhler mit knapper Mehrheit von den Wahlfrauen und Männern der CDU/CSU und FDP zum neuen Bundespräsidenten gewählt worden. Ob das die richtige Wahl war, bezweifle ich, aber ich kann mich ja auch täuschen. Die nächsten fünf Jahre werden es zeigen.

Im Zug heute morgen kam ich nicht dazu, ein wenig Schlaf nachzuholen, sondern hatte stattdessen eine interessante politische Diskussion mit einem Mitreisenden. Auch wenn wir vom Grundsatz her die gleiche Einstellung haben (denke ich zumindest), so beurteilten wir doch die aktuelle politische Entwicklung sehr unterschiedlich. So bin ich nach wie vor nicht davon zu überzeugen, dass die Gewerkschaften eine erhebliche Mitschuld an der wirtschaftlichen Misere tragen. Deutsche Arbeitnehmer verdienen nicht zu viel, sondern die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind einfach zu hoch. Natürlich kann man an dieser Stelle ähnlich im Kreis diskutieren wie bei der Frage, ob zu erst die Henne oder das Ei da war. Bis Dortmund hatten wir auch keinen Konsens gefunden. Zu unterschiedlich gingen die Meinungen auseinander.

Auf dem Weg ins Büro hatte ich dann noch eine weitere Idee, der mir eingefallen ist. Mein Ansatz in der Diskussion war im weiteren Verlauf der moralische Anspruch an die Handlungen und Entscheidungen gewesen – basierend darauf, das es eine universelle Einsicht in Notwendigkeit bestimmter Entscheidung gibt. Ebenso wichtig ist die Rechts- und Lebenssicherheit. Auf Grund der Fehlbarkeit des Menschen kommt man mit solchen Argumentationsgrundlagen nicht weit. Ich kann mich auch nicht über einen Kompromiss freuen, wenn Entscheidungen eindeutig ausfallen müssen, um überhaupt wirksam zu sein. In Bezug auf den Klimawandeln nützen kleine Schritte nichts, sie sind wirkungslos und dienen nur dazu, das Gewissen zu beruhigen. Eine radikale Umkehr wäre erforderlich, wenn man die Erde für die nachfolgenden Generationen erhalten möchte.

Aber ich wollte von meiner Idee schreiben, das moralische Problem anders darzustellen. Nehmen wir als Bild hungrige Menschen und ein Brot. Gebe ich das Brot einem Menschen, wird dieser heute satt und hat noch genug für mehrere Tage, während die anderen Menschen verhungern. Teile ich das Brot und gebe zwei Menschen jeweils eine Hälfte, so werden sie beide heute und morgen zu essen haben. Wiederum verhungert der Rest. Gebe ich vier Menschen ein Stück vom Brot, so werden alle vier heute satt, während der Rest verhungert. Wenn ich das Brot so aufteile, das jeder etwas hat, wird es je nach Anzahl der Menge alle nur leidlich satt machen, oder aber alle werden trotz ihres Anteils am Brot verhungern. Mit dieser Ausgangssituation kann man die verschieden Möglichkeiten durchgehen und überlegen, welche Konsequenzen das jeweilige Handeln hat. Vor allem, welches Handlungsweise gerecht ist, welche moralische, welche zweckmäßig und welche verwerflich.

23.

Zurück

Nach vier Tagen und einer grauenhaften Bahnfahrt sind wir wieder in Bielefeld. Wir mussten von Dortmund nach Bielefeld im Zug stehen, da wir zwar reserviert hatten, aber da der Zug nach Dortmund Verspätung hatte, war unser Zug bereits weg, als wir endlich in Dortmund. Der freigegebene ICE war hoffnungslos überfüllt. Mein Rücken tut mit noch immer ein Wenig weh. Zumindest wird es mir sehr gut tun, heute Nacht wieder im eigenen Bett zu schlafen, auch wenn die Nacht mal sehr kurz sein wird.

22.

Issum

Bisher habe ich mit Issum nur ein Bier verbunden – Diebels Alt. Seit der Hochzeit gestern sieht das anders aus. Jetzt verbinde ich mit Issum auch eine katholischen Pastor, der in Issum die Trauung meines Bruders und seiner Frau vollzogen hat. Wilhelm ist nicht nur serh sympatisch, sondern hat auch eine pasable Predigt gehalten. Vor allem nacher beim Essen hat er durch seine Art sehr beeindruckt – eigentlich hat er Anischten wie eine evangelischer Theologe.