Decke über den Kopf

Decke über den Kopf

Es gibt Tage, die fangen ganz normal an. Bis zum Feierabend passiert nichts, wirklich nichts Welt bewegendes. Doch plötzlich steht man mitten im Sumpf der kleinen Missgeschicke und wünscht sich am liebsten nach Hause, an einem Platz, wo man die Decke über den Kopf ziehen kann und schaukelnd seinen Schmerz vergessen kann.

Pünktlich nach Feierabend stand in Dortmund an der Stadtbahnhaltestelle und wartet auf die Bahn. Doch diese kam nicht – jedenfalls nicht zur üblichen zeit, sondern mit 15 Minuten Verspätung. Unglücklicherweise bin ich aber auf eine pünktliche Stadtbahn angewiesen, da ich sonst nicht den Regionalexpress nach Bielefeld erwische. Normalerweise habe ich eine Reserve von genau 15 Minuten. Selbst wenn ich aus welchen Gründen auch immer eine Stadtbahn später nehme, hab ich noch eine sehr große Chance, den RE zu erwischen. Bei 15 Minuten sieht das allerdings ganz anders aus. Um mit dem Titel eines Romans von Böll zu sprechen: „Der Zug war pünktlich“. Direkt vor meiner Nase vor er ab – das Rennen und Hochstürmen der Treppen hätte ich mir sparen können.

Damit durfte ich eine Stunde in Dortmund verbringen, da der RE im Stundentakt fährt. Manche Menschen werden für mehr weniger bestraft. Nach einer Stunde dann kam es, wie es kommen musste. Der Zug hat Verspätung. Eine Stunde zu vor wäre ich dankbar darum gewesen, aber jetzt führte das dazu, dass ich meine Stadtbahn in Bielefeld um ein paar Sekunden verfehlt und 10 Minuten warten durfte.

Bereits jetzt hatte meine Laune den Tiefpunkt erreicht – dachte ich, ohne zu wissen, dass man das noch steigern konnte. Wie jeden Freitag folgte der übliche Wocheneinkauf mit unserem Einkaufswagen zu Fuß und bei trockenem Wetter. Als wir voll bepackt aus dem Supermarkt kamen, Regnete es in Strömen, währen die Regenschirme trocken und sicher zu Hause lagen. Weitere Kommentare kann ich mir dazu sparen. Meine Laune ist seit dem nicht besser geworden, auch wenn die Haare wieder trocken sind.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren