Kill Bill

Es gibt Filme, die sollten sich zartbesaitete Mitmenschen besser nicht auf nüchternem Magen anschauen. Besonders dann, wenn der Film geradezu in Blut ertrinkt. Von der menge Blut gemessen in Litern kann Kill Bill sicher mithalten mit Blade, wobei das auch schon das Einzige ist, was die beiden Filme gemeinsam haben. Während Blade sicherlich dem Mainstream Kino zugeordnet werden kann, trifft dies auf Kill Bill in keinster Weise zu.

Den Film nur als einzige Orgie von Gewalt und Aneinanderreihung von Blutfontänen zu bezeichnen, würde ihm nicht gerecht werden. Über die explizite Gewaltdarstellung kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein – aber der Film ist ja auch nicht für das Vorabendprogramm gemacht.

Wenn man Blut und magere Dialoge vom Film abzieht, bleibt ein erstaunliche Menge Substanz über. Das Motiv der Rache bestimmt den Film. Eingeleitet wird er mit einem klingonischen Zitat „Rache ist ein Gericht, das am besten kalt serviert wird.“ Diese Rache bestimmt nicht nur das Handeln der Braut (hervorragen gespielt von Uma Thurman), sondern auch von einem ihrer Gegenspielerinnen. Der Vergangenheit erfährt der Zuschauer in Form eines
Anime-Einschubs.

Kill Bill trägt den Zusatz Volume I, da der Umfang des Werkes zu groß war für einen Kinofilm. Anfang des nächsten Jahres darf sich das Publikum daher auf den zweiten Teil freuen. Fest steht auf jetzt schon, das der Film hochgejubelte Filme wie Matrix weit hinter sich läst. Kill Bill bedarf keiner pseudo-religiösen Einschübe, um interessant zu sein. Er ist ehrlich und geradlinig. Wie ein Videospiel fungiert die vorgestellte Gewalt als Katalysator – es wird fanatisiert, aber gerade dadurch nicht ausgelebt.