31.

Halloween

Manchmal kommen sie wieder. Europäische Bräuche in neuen Kostüm als Reimport. Ein alter keltischer Feiertag wird durch Christianisierung und Auswanderung zu Halloween, wobei seine ursprüngliche Bedeutung auf der Strecke bleibt. Hauptsache, damit läst sich Geld machen, in dem man seinen Mitmenschen Kram verkauft, den sie „unbedingt” brauchen, um Halloween zu feiern.

Ob es die deutschen Einzelhändler waren, eine virusartige, eingeschleppte Krankheit oder einfach nur der Lauf der Dinge, läst sich nicht feststellen. Tatsache ist, dass vor ein paar Jahren auch in Deutschland angefangen wurde, Halloween zu feiern. Mittlerweile gib es rund um das „Fest” eine erdrückend Auswahl in den Kaufhäusern. Orange ist auf jeden Fall die Farbe des Monats, denn von allen Seiten grinsen einen Kürbisköpfe an – mal lustig, mal bedrohlich. Im Fernsehen laufen –was sonst – Gruselfilme.

Ehrlich gesagt, kann man auch gut auf Halloween verzichten. Aber wenn es ums Geld geht, hört bekanntlich der Spaß auf. Feiern, um die Wirtschaft anzukurbeln. Na, ja, jedenfalls besser als die Vorschläge, die Arbeitszeit auf 48 Stunden zu erhöhen – oder war das der CDU-Beitrag zu Halloween? Ein kleiner Gruselspaß?

30.

Dusch Demenz

Es gibt Menschen, denen die haben beim duschen wichtige Formeln gefunden oder andere Probleme gelöst. Zwar habe ich noch nicht die Weltformel gefunden oder herausbekommen, wie man aus Blei Gold macht, aber das Eine oder Andere ist mir schon beim duschen eingefallen. Über Probleme oder Dinge nachzudenken, lenkt ab und das Duschen wird nicht langweilig. Da unser Nachbar eine Katze hat, kommt auf Grund der Tierschutzgesetzte singen unter der Dusche eh nicht in Frage.

Was mir aber immer wieder passiert ist, dass ich bei all der Grübelei vergesse, ob ich mir bereits die Haare gewaschen habe oder nicht. Vermutlich sind das schon die ersten Anzeichen einer Dusch Demenz. Auf jeden Fall ist es unangenehm, wenn man sich nicht mehr daran erinnern kann – auch wenn ich Ausgleich dafür ein paar gute Ideen hatte. Abhilfe schafft bei mir das Schaumorakel. Viel Schaum (da das Shampoo stärkt schäumt als die Seife) bedeutet, ich habe mir die Haare gewaschen. Wenig Schaum signalisiert, ich muss mir die Haare noch waschen.

Damit das auch funktioniert, muss ich allerdings auch daran denken, mir den Schaum vor dem abtrocknen anzusehen.

29.

Herbstmüdigkeit

Bei der Überarbeitung von bitEvolution habe ich mal gezählt, wie viele Beiträge ich bisher gepostet habe. Es sind über 110! Was mich so stolz daran macht, ist die Tatsache, dass ich es endlich mal geschafft habe, kontinuierlich für meine Seite zu schreiben. Mit der Entwicklung von bitEvolution bin ich sogar dabei, längerfristig zu planen und zu programmieren. Der Trick an der Sache ist wahrscheinlich, dass man einmal nur eine Mauer durchbrochen haben muss – danach schreiben sich die Artikel zwar nicht von selbst, aber die Hemmschwelle ist niedriger. Selbst bei einsetzender Herbstmüdigkeit gelingt es mir noch, mich an den Rechner zu setzten und ein paar Zeilen zu schreiben.

Allerdings frag ich mich mal wieder, wofür ich das mache. Ist es die Lust zur Selbstdarstellung? Oder eher eine Fingerübung? Wer liest das überhaupt? Laut Sitemeter (auf der rechten Seite) kommen nicht sehr viele Besucher auf dieses Seiten. Wäre schön, wenn sich das ändern würde – nur warum? Was habe ich davon? Wer hat sicht tatsächlich die 110 Einträge durchgelesen?

Lauter offene Frage. Aber wie es schon bereits erwähnt wurde, habe ich selber sehr viel von diesen Seiten. Sie dienen nicht dazu berühmt zu werden oder irgendwas vergleichbares, sonder sie sind für mich eine Hilfe, meine eigene, streckenweise vorhanden Trägheit zu überwinden. Gleichzeitig kann ich meine kreative Energie auf eine Projekt bündeln. Zudem ist es schön, so ein ständig weiter wachsendes Projekt zu haben. Es geht nicht nur um das Schreiben von tagebuchartigen Notizen, sondern auch um die Entwicklung eines eigenen Programms, das den ganzen Inhalt verwaltet.

Ach ja, hatte ich schon erwähnt, dass ich mich E-Mails von Lesern freue? Nein? Dann wird es wohl mal Zeit. Bevor noch weiter abschweife und der rote Fade völlig verschwindet, bewege ich mich dorthin, wo ich auf Grund meiner Müdigkeit schon lange gehöre: ins Bett.

28.

Globale Katastrophen

Beim Optimieren einiger Funktionen von bitEvolution bin ich heute ziemlich nah an einer Katastrophe verbeigeschlittert. Ich habe durch einen dummen Fehler sämtliche PHP-Skripte gelöscht.

Zuerst konnte ich es nicht glauben, das alle meine Dateien verschwunden waren. Stück für Stück wurde aber deutlich, dass sie tatsächlich unwiederruflich gelöscht wurden. Die Panik später allmählich, da mir klar wurde, dass ich noch über Sicherheitskopien verfüge. Dennoch starte ich lange Zeit auf das zuletzt geänderte Skript, welches die Katastrophe ausgelöst hatte. Nicht nur auf den ersten Blick schien es richtig zu sein. Ich hatte nur ein paar Bestandteile zusammengefasst und zwei sich wiederholende Schritte in eine Funktion gepackt. Das Skript sollte eine Datensicherung durchführen, vorher aber alle Daten im Zielort löschen um zu gewährleisten, dass keine Dateien im Backup enthalten sind, die es im Originalordner nicht mehr gibt. Die Dateipfade hatte ich in einer Variable angelegt, was bis zu Umstellung auch wunderbar funktioniert. Bei der Umstellung hatte ich aber nicht berücksichtigt, dass die Variablen in der entsprechenden Funktion, die die Dateien löscht, keinen Wert mehr – sie war keine globale Variable! Somit wurde direkt das Stammverzeichnis gelöscht, in dem sich das Skript befand. Hoffentlich denke ich beim nächste Mal daran, globale Variablen auch als solche zu deklarieren.

27.

Quellcode lesen

Neben dem Telefonbuch gibt es noch eine weitere Quelle spannender Lektüre: Computerprogramme. Ausgedruckt kommt bitEvolution auf stolze 50 Seiten. Die bin ich zur Zeit dabei zu lesen. Schon brav mit verschiedenfarbigen Textmarkern und Kugelschreiber, um Anmerkungen hinzuzufügen. Immer wieder stelle ich dabei fest, wie hilfreich es ist, wenn man sich schon bei der Programmierung Kommentare schreibt. Nach Wochen sind sonst die einzelnen Funktionen kaum mehr zu verstehen.

Auch wenn das alles sehr mühsam ist und ich mich manchmal regelrecht zwingen muss weiterzuarbeiten, lohnt es sich auf jeden Fall. Bei einigen Programmmodulen ergibt sich aus dem Lesen und vergleichen mit anderen Teilen viel Potential zur Optimierung. Wenn alles so weit nach Plan verläuft, werde ich wohl zu Wochenende mit meiner Lektüre und der Umsetzung der Verbesserungen fertig sein. Dann muss nur noch die GUI verbessert werden. Es sieht also wirklich so aus, also ob ich es schaffe, bis Ende November die erste Beta-Version für die Öffentlichkeit fertig zustellen. Das einzige, was noch nicht klar ist, ist die Art und Weise, wie ich meine Urheberrechte mit einfließen lassen kann und will. Es wird wohl so langsam Zeit, sich mit diversen Modellen (GNU, OpenSource, Freeware, Shareware etc.) auseinanderzusetzen.

26.

Für Dummies

Für den Einstieg in ein neues Thema haben sich bei mir die Bücher aus der der Reihe “Für Dummies …” immer bewährt. Man bekommt schnell einen groben Überblick über das Thema und kann sich später dann gezielt auf die Suche nach weitergehender Literatur machen. Bisher ich bei meiner Lektüre der gelb-schwarzen Bücher ausschließlich auf den EDV-Bereich beschränkt. Mehr aus Spaß habe ich dann bei amazon nach einem Dummie-Buch über Opern gesucht.

Erstaunlicherweise bin ich nicht nur fündig geworden, sonder auch bei diesem Thema habe ich die Wahl, den Einstieg über ein Dummie-Buch zu versuchen, nicht bereut. Mit “Oper für Dummies” bekommt man einen guten Überblick und Einblick in die Welt der Oper – wie immer locker und witzig geschrieben. Es macht gerade bei dem Schmuddelwetter richtig Laune, im Buch zu lesen und dabei ein paar ausgewählte Arien zu hören oder aber sich in Aida zu vertiefen. Gefährlich im Buch ist nur die Werbung für “Klassik für Dummies“. Ich fürchte, ich werde mir das Buch auch noch zulegen. Auf jeden Fall ist das Geld damit aber besser angelegt als in die Bücher von Dieter Bohlen.

25.

Grau(en) beim Friseur

Beim Friseur stelle ich immer wieder fest, wie schnell die Zeit vergeht. Natürlich wachsen die Haare innerhalb von vier Wochen ein Stück und man wundert sich dann, was da so runter kommt beim Schneiden. Ich meine aber weniger die Länge der Haare als den zunehmenden Silberanteil in den Haaren. Beim Friseur muss ich dann der Tatsache ins Auge schauen, wenn die Haare braun und grau vor mir liegen: ich werde älter. Wobei, andererseits hat es ja schon etwas, wenn man so einen paar silberne Strähnchen in den Haaren hat – wenn es denn ein paar bleiben. Auf jeden Fall weiß ich, das ich gut darauf verzichten kann, noch mal 20 zu sein, wie in einem dieser furchtbar schlechten Lieder heißt. So gesehen trage ich die Grauen Haare mit einem gewissen Stolz, da sie zeigen, das ich das Gröbste hinter mir habe. Eine andere Wahl habe ich auch nicht, da mein Friseur mir schon für den Fall der Fälle angekündigt hat, dass er mir die Haare nicht färben würde. Aber das ziehe ich auch nicht in Erwägung, schließlich bin ich und werde ich kein Bundeskanzler.

24.

Der erste Schnee

Gemütlich im Warmen sitzen, beobachte ich, wie am 24. der erste Schnee fällt. Eingehüllt in eine kuschelige Decke genieße ich den Glühwein zu den Printen. Allerdings hat das, was so nach weihnachtlicher Romantik klingt, einen Haken. Es ist der 24. Oktober und damit deutlich zu früh für den ersten Schnee in unseren Breitengraden. Ich kann mich an kein Jahr erinnern, wo im Oktober bereits Schnee fiel.

Zwei Monate vor Weihnachten ist das schon etwas befremdlich, wenn man den Schneeflocken draußen zusehen kann. Dabei stellt sich auch die Frage, wie der Dezember wird. Entweder werden wir im Liegestuhl bei 20 Grad unter einer festlich geschmückten Tanne im Garten sitzen, oder aber die ersten Mammuts werden wieder auftauchen, weil eine neue Eiszeit angefangen hat.

Bei den Spekulationen um die Wetterbedingungen zu Weihnachten steht auf jeden Fall eines fest – der Verursacher des frühen Wintereinbruchs. An der Kälte und dem Schnee im Oktober ist eindeutig der deutsche Einzelhandel schuld. Durch das verkaufen von Weihnachtssüßigkeiten Anfang September wird ein früher Wintereinbruch geradezu heraufbeschworen. In Zukunft ist man dann nicht mehr gezwungen, Ende August den ersten Christstollen in der Badehose am Baggerloch zu essen, sonder kann ihn in aller Ruhe zu Hause essen, werden Draußen der erste Schnee fällt.

23.

Rauchergedichte

Seit Anfang Oktober müssen auf den Zigarettenschachteln großformatige Warnhinweise aufgedruckt werden. Jetzt schlagen die Raucher im Internet zurück. Auf der Seite www.rauchergedicht.de kann man selber texten und sein eigenes Rauchergedicht ausdrucken, um die Warnhinweise zu verdecken. Eigentlich dürfte die Seite nur mäßig erfolgreich sein. Genauso, wie die EU-Verordnung unsinnig ist, denn Raucher können nicht lesen! Daher bringen die Warnung vor den Gefahren des Rauchens nichts.

Die meisten Raucher und auch Nichtraucher werden jetzt wahrscheinlich laut aufschreien und fragen, wie ich zu dieser kühnen Behauptung komme. Eigentlich ist das ganz offensichtlich. Trotz riesiger Hinweisschilder, zum Beispiel am Dortmunder Bahnhof, trifft man in den Nichtraucherzonen genauso viele Raucher wie in den eigentlichen Raucherzonen. Jeder des Lesens kundige Mensch müsste diese ohne Probleme lesen können. Da Raucher ja ständig von Toleranz reden, kann es wohl nicht sein, dass sie absichtlich oder aus mangelnder Rücksicht dort ihrem schädlichen Treiben nachgehen. Es bleibt demnach nur ein Grund für ihr verhalten über: sie können nicht lesen.

Wenn man die Zahl der Raucher hochrechnet, erreicht Deutschland fast eine Analphabetenrate eines Dritte-Welt-Landes. Raucher sterben nicht, weil sie dumm sind, sondern weil sie nicht lesen können.

22.

Spiele für den Stromausfall

Auf der diesjährigen Spiel ’03 in Essen werden wieder einmal eine Menge neuer Brettspiel vorgestellt Eine Vorschau auf die Highlights gibt es auf den Webseiten der Spielbox.

Dabei sind diesmal mal auch ein paar sehr kuriose Spiele, wo man fragen muss, welche Zielgruppe damit angesprochen werden soll. So werden Warcraft, ein erfolgreiches Echtzeitstrategiespiel für den Computer und Anno 1503 als Brettspiel erscheinen. Letzteres erscheint im KOSMOS-Verlag und wurde vom Klaus „Siedler von Catan” Teuber entwickelt. Ob die Spiele nur für PC-Junkies sind, die einen Stromausfall überbrücken müssen oder auch echte Brettspieler anspruchsvoll unterhalten können, wird sich zeigen müssen. Da ich mich sowohl für Computer- als auch Brettspiele begeistere, bin ich auf jeden Fall sehr gespannt auf die Umsetzungen.

Für Warcraft findet man auf der Internetseite des Herstellers die Regeln als PDF-Dokument. Zu Anno 1503 gibt es sehr schönes – hier kann ich mir das Lachen einfach nicht verkneifen – Online-Tutorial.

Bestimmt kann man beide Spiele auch als pädagogisches Geschenk einsetzten, um seinen Lebenspartner mal über Weihnachten vom Computer wegzulocken und zu gemeinsamen spielen zu verführen.