Der Bürger als Kuh

Der Bürger als Kuh

Manchmal, wenn ich morgens die Zeitung aufschlage, muss ich sofort ins Badezimmer rennen – um mich zu vergewissern, dass ich noch ein Mensch bin und keine Kuh. In letzter Zeit bekomme ich immer stärker das Gefühl, ein solche zu sein. Bei der Diskussion um die Einführung eines Wassercents, der Kürzung der Kilometerpauschale und vielen anderen Themen entsteht bei mir der Eindruck, dass da jemand versucht mich zu melken. Nicht einmal, sondern immer wieder.

Was ich vermisse von unseren gewählten Vertreter, ist ein bisschen mehr Anstand, Rücksichtnahme und vor allem ein gutes Beispiel. Wenn von Verzicht die Rede ist und von den Opfern, die die Bürger bringen müssen, wird nie von den Politikern gesprochen. Schade eigentlich. Hinterlässt das doch den Eindruck, sie würden über den Dingen stehen, die sie selber nicht betreffen werden. Merkwürdig ist auch, dass versucht wird, den Staat allein auf seine Wirtschaftlichkeit zu reduzieren und Ein- und Ausgabe streng gegen zurechnen. Es wird in jedem Bereich versucht Sparpotential zu entdecken. In der Regel wird es auch gefunden, aber der soziale und gesellschaftliche Preis für die Einsparungen wird nicht erwähnt. Alles dreht sich nur um Euro und um kurzfristige Einsparungen. Langzeitwirkungen werden nicht erkannt oder unterschätzt.

Im Grunde könnte man den Weg, den die Regierung und auch die Politiker in der Opposition gehen, als Maßstab nehmen für alles Handeln. Dieser Maßstab sollte allerdings dann auch auf die Bundespolitik angewendet werden. Wäre es für Deutschland nicht wesentlich günstiger und im Zuge des sparsamen Umgangs mit Steuergeldern geboten, wenn wir unsere Politik outsourcen würden? Ein Billiglohnland in der so genannten dritten Welt könnte die Regierungsarbeit für uns für wesentlich weniger Euro übernehmen – nur mal so als Gedanke. Vielleicht würde sich ja auch die Qualität verbessern

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren