Snow Crash

Der Science Fiction Roman Roman Snow Crash von Neal Stephenson wird von vielen mit Neuromnacer von William Gibson verglichen. Ein Vergleich, der dem Buch nicht gerecht wird. Das Erscheinen von Neuromancer kann zu Recht als Geburtstunde des Genres Cyberpunkt bezeichnet werden. William Gibson und Bruce Sterling sind zwei der bekanntesten Vertreter dieser Stilrichtung. An den Erfolg versucht Stephenson anzuknüpfen, was ihm allerdings nur teilweise gelingt.

Kurz zur Handlung: Im Amerika der nahen Zukunft gibt es keine Staaten mehr, sondern kleine, autonome Stadtstaaten. Diese gehören in der Regel zu einer großen Franchisekette, wie zum Beispiel der Mafia oder Mr. Le’s Groß-Hongkong. Der Held des Romans, Hiro Protagonist ist Pizzalieferant und freiberuflicher Hacker und wird im Verlauf des Romans die Welt vor dem Informations-Babel retten. Dazu bedient er sich nicht nur seines Samuraischwertes, sondern nutzt auch eine Abart des Cyberspace, genannt Metaversum.

Nach den ersten hundert Seiten hat man sich an die sehr flache Sprache und die sehr albernen Namen gewöhnt und kommt langsam zum Kern des Romans, der wie ein verborgenes Juwel entdeckt werden möchte. Dieser besteht aus einer wissenschaftlich unterlegten Abhandlung über die Sumerer und über die Wirkung von Sprache. Der Teil im Roman, der sich mit der vorgeschichtliche Zivilisation der Menschheit auseinander setzt, ist faktenreich erzählt, fügt sich aber nicht in den Rest der Handlung ein. Es entsteht dadurch der Eindruck, dass man zwei Teil vor sich hat, die mit großer Mühe und einem Vorschlaghammer zusammengefügt worden sind. Im einem der Teile wimmelt es nur so vor
Klischees und Flachheiten, im anderen Teil fühlt man sich zumindest informiert.

Aus der Geschichte der Sumerer und die historische Anlehnung hätte man wesentlich mehr machen können. Im Grunde schreit dieser Stoff geradezu danach, mit einer stimmigen Rahmenhandlung präsentiert zu werden. In Snow Crash aber wird diese Potential leider verschenkt. Was belibt, ist eine interessante Grundidee und ein Hilfloser Versuch, einen Cyberpunkroman zu schreiben. Wer echte Kost möchte, sollte lieber auf Neuromancer zurück greifen – ein Roman, den man sicher nicht nur einmal lesen wird.