Zivilisation

Zivilisation

Letzte Woche habe ich einen interessanten Artikel, ich glaube er stand in der Wochenzeitung „Die Zeit“ gelesen, in dem es um Afrika und Europa ging. Einer der Kernpunkte war die europäische Art, auf Afrika herabzuschauen, da dort barbarischer Bürgerkriege toben, die jegliche Zivilisation entbehren. Der interessante Gedanke des Autors war, das Zivilisation nichts statisches ist, sondern eine Gesellschaft täglich daran arbeiten muss, um die Zivilisation vor dem Verfall zu retten. In diesem Zusammenhang sollte Europa erstmal selber sehen, wo es steht.

An diesen gesellschaftstheoretischen Ansatz kann ich meine privaten Beobachtungen anknüpfen. Ich denke, wir bewegen uns auch in Deutschland auf einer dünnen, sehr dünnen Eisschicht, unter der die Barbarei lauert. Wer täglich aufmerksam Zeitung liest, wird es feststellen. Auch das soziale Miteinander ist ständiger Bedrohung ausgesetzt. In einem anderen Zusammenhang durfte ich erleben, wie wenig manchen Leuten an demokratischen Umgangsformen liegt.

Wie wenig Menschen unterscheiden können zwischen Spaß und Ernst. Manche wissen auch nicht, wann genug ist, wann man besser aufhören sollte. Ähnlich wie die sich enthemmte physische Gewalt zeigt, wenn auf ein wehrloses Opfer noch geschlagen und getreten wird, wenn es bereits auf dem Boden liegt, kann sich das auch in verbaler Form manifestieren. Dann wird das Opfer mit Worten zum Teil solange bearbeitet, bis seine Persönlichkeit gebrochen ist.

Für manche scheint Zivilisation und zivilisatorischer Fortschritt sich nur dadurch zu äußern, dass wir schnellere Computer und Autos haben.

Es ist verdammt schwer, daran nicht völlig zu verzweifeln.

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren